Angebotserstellung

Angebotserstellung – Wie frustrierend!

Das Verfassen eines schriftlichen Angebots kann eine sehr undankbare Aufgabe sein. Die Zeit die du zur Angebotserstellung benötigst wird nicht bezahlt. Je nach Anfrage ist es fraglich, ob es dann überhaupt zum Abschluss kommt. Je öfter die Angebote abgelehnt werden, desto frustrierender wird diese Aufgabe. Frustration bei der Angebotserstellung ist jedoch eine schlechte Voraussetzung, wenn du auch vielversprechende Jobanfragen in Aufträge umwandeln willst. Was du tun kannst, um den Frust bei der Angebotserstellung zu vermeiden erfährst du in diesem Beitrag.

Warum ist die Angebotserstellung eigentlich so zeitaufwändig?

Betrachten wir dazu kurz das Umfeld des Kunden. Bei klassischen Wareneinkäufen entscheidet der Kunde wie viel Einheiten von einem Produkt benötigt werden. Möchte der Kunde beispielsweise ein Büro einrichten bestellt er 3 Stühle, 3 Tische, 3 Computer usw. Im Gegensatz zu Produkten sind individuelle Dienstleistungen nicht standardisiert. Mengen wie Zeitaufwände und Qualität der Resultate variieren bei Dienstleistungen stärker als bei Produkten. Beim Verkauf von individuellen Dienstleistungen müssen wir als Angebotsersteller entscheiden wie viele Stunden benötigt werden um das vom Kunden gewünschte Ergebnis zu erzielen. Die Aufgabe der Angebotserstellung können beispielsweise Onlineshops bequem automatisieren während wir Freiberufler fast jedes Angebot individuell erstellen müssen. Hinzu kommt, dass wir dem Kunden gute Argumente für den kalkulierten Zeitaufwand liefern müssen, da er nur selten einschätzen kann wie lange eine entsprechende Umsetzung dauert.

Wie viel Aufwand für das schriftliche Angebot?

Oft kannst du schon an der Formulierung der Anfrage erkennen ob der Kunde ernsthaft an deiner Dienstleistung interessiert ist, oder nicht. Falls ich kein ernsthaftes Interesse in der Anfrage erkenne sende ich gar kein Angebot. Ich investiere die gewonnene Zeit lieber in Angebote für Aufträge die vielversprechender sind. Die Angebotserstellung für größere Projekte kann dann schon mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Insbesondere dann, wenn man Dienstleistungen hinzukauft und ebenfalls auf Angebote angewiesen ist. Für häufig gefragte Dienstleistungen habe ich mir einen kleinen Leistungskatalog zusammengestellt in dem Preise und Beschreibungen hinterlegt sind.

Wie erkennt man ernst gemeinte Jobanfragen?

Zum Beginn einer freiberuflichen Tätigkeit ist es schwierig gute von schlechten Jobanfragen zu unterscheiden. Man möchte wirklich jede Chance nutzen, um an Aufträge zu kommen. Nach ein paar Monaten Erfahrung ist das schon viel einfacher. Inzwischen habe ich mir ein paar Regeln festgelegt die mir bei der Entscheidung helfen, ob ich überhaupt ein Angebot erstelle oder nicht.

Ich erstelle ein Angebot wenn,

  • die Anfrage von einem Unternehmen kommt mit dem ich schon eine positive Geschäftsbeziehung pflege
  • sich die Anfrage konkret auf mein Dienstleistungsangebot bezieht und der Kunde eine konkrete Vorstellung zur Projektumsetzung hat
  • mir die Zusammenarbeit enorme Chancen zur persönlichen und geschäftlichen Weiterentwicklung bietet

Ich erstelle kein Angebot wenn,

  • ich aus der Anfrage keine Wertschätzung meiner Arbeit erkenne z.B. durch lächerlich kleine Budgets
  • mir die Zusammenarbeit keine neuen Chancen zur Weiterentwicklung bieten und gleichzeitig das Budget nur mittelmäßig ist.
  • ich erkenne, dass die Anfrage lediglich auf die Abgabe eines Angebots abzielt ohne eine ernste Absicht zur Beauftragung*

* insbesondere bei öffentlichen Auftraggeber, die in der Regel drei Angebote einholen müssen um einen Auftrag vergeben zu dürfen. In manchen Fällen gibt es schon vorab einen Dienstleister der den Auftrag ausführen soll. Um die Vorgaben zur Auftragsvergabe zu erfüllen werden dann noch zwei zusätzliche Angebote eingeholt ohne Absicht zur Beauftragung.

Fazit

Während man gerade am Anfang der freiberuflichen Tätigkeit für fast jede Anfrage ein Angebot abgibt sollte man schnellstmöglich versuchen herauszufinden welche Anfragen wirklich vielversprechend sind. Der Fokus auf die vielversprechenden Anfragen macht dich effizienter, glücklicher und letztendlich erfolgreicher.

von Ralf
Seit Abschluss seines Designstudiums im Jahr 2009 ist Ralf erfolgreich als freiberuflicher Designer tätig. Daneben ist er Autor des Blogs freiberufler-werden.de.

Kommentar verfassen