betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler

Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler – Fragen und Antworten

Was versichert eine Betriebshaftpflichtversicherung eigentlich? Wie viel kostet eine Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler? Worauf sollte man achten? All das erfährst du in diesem FAQ.

Was leistet eine Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler genau?

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt Personen– und Sachschäden ab. Im Folgenden ein kleines Beispiel für Personen – und Vermögensschäden.

Ein Freiberufler verschüttet bei einem Kundengespräch eine heiße Tasse Tee. Das Notebook der Marketingleiterin hat einen Totalschaden. Außerdem hat sich die gute Frau erhebliche Verbrennungen am Handgelenk zugezogen.

Die Betriebshaftpflichtversicherung zahlt für das defekte Notebook und die Verbrennungen am Handgelenk der Marketingleiterin. Denn hier handelt es sich um die sogenannten Personen– und Sachschäden.

Was kostet eine Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler?

Die Höhe der Versicherungsbeiträge wird durch den Versicherungsumfang, die Höhe der Selbstbeteiligung und die Höhe der maximal ausgezahlten Versicherungssumme beeinflusst. Außerdem hängt die Höhe des Versicherungsbeitrags selbstverständlich auch vom jeweiligen Versicherungsunternehmen ab. Eine Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler kostet nach meinen Recherchen ab ca. 80,- EUR Netto jährlich.

Was ist der Unterschied zu einer Berufshaftpflichtversicherung?

Die Berufshaftpflichtversicherung zahlt nicht, wenn ein Personen– oder Sachschaden wie im oben genannten Beispiel auftritt. Die Berufshaftpflicht zahlt bei Vermögensschäden. Auch hierzu ein Beispiel:

Ein freiberuflicher Programmierer nimmt Änderungen an einem Onlineshop vor. Allerdings war die Programmierung fehlerhaft. Bis der Fehler wieder ausgebügelt werden kann vergehen zwei Tage. In dieser Zeit ist der Onlineshop nicht erreichbar. Dem Kunden entgehen erhebliche Umsätze durch seinen Onlinehandel. Er hat dadurch einen sogenannten Vermögenschaden erlitten, auf dem er nicht sitzen bleiben möchte. Weil der Freiberufler nachweislich für diesen Vorfall verantwortlich ist, muss er dem Kunden den verlorenen Umsatz ersetzen.

Dem Kunden ist ein Vermögensschaden entstanden. Deshalb sollte in diesem Fall die Berufshaftpflichtversicherung des Freiberuflers zahlen.

Ist es sinnvoll eine Betriebs– und eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen?

Eine Betriebshaftpflichtversicherung reicht nicht aus, um alle beruflichen Risiken eines Freiberuflers abzudecken. Auch Vermögensschäden können sehr teuer werden. Beispielsweise Markenrechtsverletzungen durch eine grafische Arbeit, die durch einen US Amerikanischen Konzern eingeklagt werden. Oder ein Architekt, dessen geplantes Gebäude aufgrund eines Konstruktionsfehlers einstürzt. Die daraus resultierenden Vermögensschäden werden nicht von der Betriebshaftpflichtversicherung gezahlt. Dafür benötigt man eine Berufshaftpflichtversicherungen, um sich als Freiberufler zusätzlich zu Schützen.

Ich habe bereits eine private Haftpflichtversicherung. Benötige ich dann noch eine Betriebshaftpflichtversicherung?

Die private Haftpflicht gilt nicht, wenn du als Freiberufler arbeitest oder beruflich unterwegs bist. Weil wir als Freiberufler alle sehr fleißig sind 😉 nimmt die geschäftliche Tätigkeit einen großen Teil unseres Alltags ein. Die private Haftpflichtversicherung sichert diesen großen und wichtigen Teil unseres Alltags nicht ab. Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist aus meiner Sicht nahezu unverzichtbar, wenn man als Freiberufler oft bei den Kunden vor Ort ist, oder Kunden zu sich einlädt. Arbeitest du als kreativer Freiberufler fast immer von Zuhause, kannst du dir durchaus die Frage stellen, ob eine Betriebshaftpflichtversicherung wirklich Sinn macht.

Gibt es fiese Klauseln?

Es gibt Betriebshaftpflichtversicherungen, die Personen– und Sachschäden in den USA und Kanada unter bestimmten Voraussetzungen ausschließen. Das kann problematisch sein, wenn man als Freiberufler viele Aufträge in diesen Ländern bearbeitet und dort oft geschäftlich unterwegs ist.

Fazit

Personen– und Sachschadensforderungen können schnell eine freiberufliche Existenz gefährden. Eine private Haftpflichtversicherung schützt Freiberufler nicht bei geschäftlichen Tätigkeiten. Bei einer hohen Anzahl von Kundenkontakten steigt der Nutzen einer Betriebshaftpflichtversicherung. Im Schadensfall kann die Betriebshaftpflichtversicherung die freiberufliche Existenz retten. Steigt Anzahl und Umfang der Aufträge, so ist aus meiner Sicht die Berufshaftpflichtversicherung für Freiberufler eine sinnvolle Ergänzung, da eine Betriebshaftpflichtversicherung alleine nicht vollumfänglich alle Risiken eines Freiberuflers abdeckt.

von Ralf
Seit Abschluss seines Designstudiums im Jahr 2009 ist Ralf erfolgreich als freiberuflicher Designer tätig. Daneben ist er Autor des Blogs freiberufler-werden.de.

2 Kommentare

  1. Antworten

    Würde mich interessieren, wo Du so ein günstiges Angebot für die Betriebshaftpflichtversicherung gefunden hast. Ich zahle aktuell rund 650€ dafür im Jahr….

    • Antworten

      Hallo Jan, ich bin bei Exali versichert http://www.exali.de
      Die kostet ca. 380 EUR, da ist dann aber noch eine Berufshaftpflicht mit dabei.

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