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Freiberufler in Vollzeit: Nebenjob kündigen

Ein Nebenjob sichert besonders zu Beginn einer freiberuflichen Tätigkeit das monatliche Grundeinkommen. So hatte auch in den ersten beiden Jahren einen Nebenjob, um mich finanziell abzusichern. Es ist ein großer Schritt diesen Nebenjob zu kündigen. Schließlich bringt ein Sprung in die hundertprozentige freiberufliche Tätigkeit auch gewisse Risiken mit sich. Wie ich den Absprung trotzdem geschafft habe, erfährst du in diesem Beitrag.

In einer Festanstellung sitzt man gewissermaßen in einem goldenen Käfig. Das Geld kommt pünktlich zum Monatsende, Büroeinrichtung ist schon vorhanden und falls ein Projekt schief geht ist es ein leichtes die Schuld innerhalb des Unternehmens zu suchen. Dem gegenüber stehen schwankende Einkünfte, Unsicherheiten und ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Stellt sich nun die Frage: Warum überhaupt diesen goldenen Käfig verlassen?

Warum den Nebenjob kündigen

Es lohnt sich trotzdem diesen goldenen Käfig zu verlassen. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit erreichte ich wesentlich mehr Freiheit, konnte viele Bereiche in meinem Leben nach meinen Bedürfnissen gestalten und erziele inzwischen höhere Einkünfte als in der Festanstellung. Dazu war es notwendig den Ballast, den ein Nebenjob mit sich brachte abzuwerfen. Der Nebenjob machte mich naturgemäß zeitlich unflexibler. Außerdem ertappte ich mich, wie ich während meiner freiberuflichen Tätigkeit über Projekte im Nebenjob nachdachte. Es war mir deshalb sehr wichtig mich voll und ganz auf die freiberufliche Tätigkeit zu konzentrieren.

Wie kündige ich den Nebenjob?

Sicherlich ahnst du schon, dass es in diesem Abschnitt nicht um die Kündigungsformalitäten geht. Mit den oben genannten Annehmlichkeiten einer Festanstellung ist es schwer den Absprung zu schaffen. Deshalb geht es hier vielmehr darum, mit welchen Maßnahmen ich den Mut aufbringen konnte den Nebenjob auch tatsächlich zu kündigen.

Unternehmerpersönlichkeit prüfen

Lange vor meiner Kündigung habe ich geprüft, ob ich auch wirklich das Zeug zum Unternehmer habe. Ich möchte mit diesem Beitrag niemanden zum Kündigen seines Jobs motivieren der nicht im innersten ein Unternehmer-Gen trägt. Um meine Fähigkeiten als Unternehmer zu prüfen hatte ich mir deshalb u.a. folgende Fragen gestellt:

  • Habe ich die Disziplin auch in kritischen Phasen an meiner Vision festzuhalten?
  • Kann ich mich gut organisieren oder brauche ich gewisse Vorgaben?
  • Kann ich auch bei einem Verdienstausfall noch ruhig schlafen?
  • Wie wichtig sind mir die Vorteile einer Festanstellung?

Eigene Deadline setzen

Es war mir immer wichtig selbst Entscheidungen treffen zu können. Aus diesem Grund habe ich das Kündigungsdatum meiner Festanstellung nicht von äußeren Faktoren abhängig gemacht.

Hier ein paar beispielhafte Aussagen dazu:

  • Wenn das Projekt abgeschlossen ist werde ich gehen.
  • Wenn mein Kollege geht, dann gehe ich auch.
  • Wenn mein befristeter Vertrag ausläuft werde ich mich voll und ganz meiner freiberuflichen Tätigkeit widmen.

Stattdessen habe ich meine eigenen Voraussetzungen zum kündigen festgelegt:

  • Zu folgendem Termin werde ich kündigen
  • Wenn meine Rücklagen für 12 Monate ausreichen werde ich kündigen

Rücklagen bilden

Während meiner Festanstellung lebte ich unter meinen Verhältnissen. Einige meiner Kollegen sind in eine Loft Wohnung gezogen und haben Leasingverträge für tolle Autos abgeschlossen. Ich wohnte stattdessen in einer Studentenwohnung und fuhr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Jeden Cent meiner Überschüsse steckte ich in die Rücklagenbildung. Zum Thema Rücklagen möchte ich dir meinen Beitrag zur Cash-Burn-Rate empfehlen.

Förderungsmittel beschaffen

Um meine Cash-Burn-Rate zu optimieren, habe ich einen Gründungszuschuss beantragt. Dieser Zuschuss sicherte zusätzlich für mehrere Monate mein Einkommen obwohl ich mich vollkommen auf meine Tätigkeit als Freiberufler konzentrieren konnte. Ein großer Vorteil des Gründungszuschusses liegt nicht nur in der finanziellen Förderung. Zur Genehmigung ist ein Businessplan notwendig und eine Prüfung durch eine fachkundige Stelle. So erfuhr ich frühzeitig ob meine Selbstständigkeit tragfähig ist und welche Dinge ich noch anpassen musste.

Schlussbemerkung

Diese Maßnahmen haben mir sehr beim Übergang in die freiberufliche Tätigkeit geholfen. Ich hoffe ich konnte auch dir mit diesem Beitrag helfen. Abschließend möchte ich dir noch ein Zitat von Grace Hopper mit auf den Weg geben, welches sehr gut zu diesem Thema passt. „Ein Schiff ist im Hafen sicher – aber dafür ist es nicht gebaut.“

von Ralf
Seit Abschluss seines Designstudiums im Jahr 2009 ist Ralf erfolgreich als freiberuflicher Designer tätig. Daneben ist er Autor des Blogs freiberufler-werden.de.

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