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Crash vermeiden! 5 Tipps um die freiberufliche Tätigkeit finanziell richtig zu planen

Jeder Freiberufler ist auch Unternehmer. Wie jedes Unternehmen kann ein Freiberufler nur dann erfolgreich sein, wenn er dauerhaft mehr einnimmt als er ausgibt. Die Finanzplanung ist deshalb ein zentrales Thema für jeden Freiberufler. Falls du mit dem Gedanken spielst eine freiberufliche Tätigkeit zu starten, solltest du unbedingt diesen Beitrag lesen. Er liefert dir 5 Aktionsschritte zur Planung deiner finanziellen Zukunft.

1. Die Startinvestitionen für deine freiberufliche Tätigkeit auflisten

Wenn du als Freiberufler startest, benötigst du wahrscheinlich Computer, Software, Büroeinrichtung usw. Erstelle eine Liste mit zwei Spalten. In der ersten Spalte solltest du die Art der Investition aufführen. In der zweiten Spalte listest du die jeweiligen Kosten auf. Erstelle die Liste so detailliert wie möglich um überraschende Investitionen während deiner freiberuflichen Tätigkeit weitestgehend zu vermeiden. Überlege auch, was du schon hast und evtl. noch verwenden kannst. Halte die Investitionen so gering wie möglich. Weitere Details dazu findest du in meinem kostenlosen E-Book „Die 10 schlimmsten Fehler als Freiberufler“.

Typische Startinvestitionen:

  • Computer
  • Software
  • Büroeinrichtung
  • Mobiltelefon
  • Drucker
  • Logo & Corporate Design
  • Visitenkarten
  • Briefbogen
  • Website

2. Laufende Ausgaben auflisten

Neben Startinvestitionen wirst du sicherlich auch laufende Ausgaben haben. Jeden Monat fallen unter Umsänden Kosten für Büro, Internet & Telefon, Leasingraten usw. an. Wie bei den Startinvestitionen solltest du auch die laufenden Ausgaben in eine Liste eintragen. Multipliziere die Summe dieser Kosten mit dem Faktor 12. Dann siehst du die laufenden Ausgaben für ein ganzes Jahr.

Typische laufende Ausgaben:

  • Miete für Büro
  • Leasingraten für Kfz
  • deine Lebenshaltungskosten (Miete, Lebensmittel, Kleidung etc)
  • Sozialabgaben (Krankenkasse, Pflegeversicherung, Rentenversicherung)
  • Telefon und Internet
  • Handyvertrag
  • Versicherungen
  • Beiträge
  • GEZ
  • Rücklagen (ganz wichtig für unvorhergesehene Ausgaben)

    3. Cash-Burn-Rate berechnen

Die Cash-Burn-Rate bezeichnet die Geschwindigkeit, mit der die finanziellen Mittel aufgebraucht sind. D.h. du erhältst die genaue Anzahl der Monate, bis dein Startkapital aufgebraucht ist. Ich finde es besonders wichtig diesen Wert zu berechnen. Es zeigt dir deinen zeitlichen Horizont bis die finanziellen Mittel aufgebraucht sind und kann dich vor einer Überschuldung bewahren.

Hier ein Berechnungsbeispiel:

Du hast 20.000 EUR für deine Tätigkeit als Freiberufler zurückgelegt. Deine Startinvestitionen aus Punkt 3 betragen 5.000 EUR. Deine laufenden Kosten aus Punkt 4 liegen bei 1.500 EUR.

Cash-Burn-Rate = (20.000 - 5.000) / 1.500 = 10 Monate
Wenn du keine Einahmen generierst, reicht dein Startkapital somit genau für 10 Monate.

Ich empfehle dir einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten zu erreichen. Ist das nicht der Fall hast du genau drei Stellschrauben die du betätigen kannst.

  1. Spare noch etwas Geld um dein Startkapital zu erhöhen
  2. Versuche deine Startinvestitionen zu reduzieren (z.B. Kauf von gebrauchten Computern)
  3. Drücke die monatlichen Fixkosten (kleineres Büro, private Einsparungen)

4. Lege dein Einkommensziel für das erste Geschäftsjahr fest

Die Punkte 1-3 helfen dir nicht nur bei der Übersicht deiner Ausgaben. Sie zeigen dir auch, wie viel du verdienen musst um deine freiberufliche Tätigkeit profitabel zu machen und eine Verschuldung abzuwenden. In manchen Branchen kann es etwas länger dauern bis ein positiver Cashflow entsteht, d.h. bis die Höhe der Einnahmen die Höhe der Ausgaben übersteigt. In den meisten freien Berufen sollte das aber spätestens nach zwei Jahren der Fall sein.

Meine Formel zum Berechnen des Einkommensziels für das erste Geschäftsjahr:

jährliches Einkommensziel = ((Startinvestition / 3) + (laufende Ausgaben pro Monat * 12)) x 1,3

In unserem konkreten Beispiel

((5.000EUR / 3) + (1.500EUR x 12)) x 1.3 = 25.566,67 EUR

Sorge dafür, dass dein Einkommensziel ständig sichtbar ist z.B. am Spiegel im Badezimmer oder als Desktopwallpaper. Gib ALLES um dieses Ziel zu erreichen!

5. Kontrolliere regelmäßig

Setze dir feste Termine an denen du den aktuellen finanziellen Status für deine freiberufliche Tätigkeit kontrollierst. Sichte deine Kontoauszüge und stelle die Einnahmen den Ausgaben gegenüber. Ich mache das immer am Ende eines jeden Quartals. Falls du einen Steuerberater / Finanzbuchhalter hast, erhältst du in der Regel eine BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung). Darin findest du die Summe der Einnahmen und der Ausgaben. Vergleiche diese Werte mit der Finanzplanung für deine freiberufliche Tätigkeit.

Fazit:

Neben einer guten Positionierung am Markt ist die Wirtschaftlichkeit in meinen Augen einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für die freiberufliche Tätigkeit. Besonders zu Beginn muss der Fokus auf der Finanzierung liegen, um eine Überschuldung zu vermeiden. Hohe Schulden und die damit verbundenen Zinslasten machen uns unfrei und können früher oder später zum Scheitern einer freiberuflichen Tätigkeit führen.

Folgende Tipps mochte ich dir für deine freiberufliche Tätigkeit abschließend noch besonders ans Herz legen:

  • Liste detailliert jeden Kostenpunkt auf und plane so genau wie möglich (dieser Beitrag sollte dir dabei helfen)
  • Bilde jeden Monat Rücklagen und berücksichtige diese bei deinen Ausgaben
  • Halte Investitionen und laufende Ausgaben besonders am Anfang so gering wie möglich

Ich hoffe dieser Beitrag war für dich hilfreich und hat dir gefallen!? Welche Tipps hast du, wenn es um die finanzielle Planung für die freiberufliche Tätigkeit geht?

von Ralf
Seit Abschluss seines Designstudiums im Jahr 2009 ist Ralf erfolgreich als freiberuflicher Designer tätig. Daneben ist er Autor des Blogs freiberufler-werden.de.

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