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Visitenkarten: 7 No-Gos!

Zugegeben, Visitenkarten wirken in der digitalisierten Welt etwas antiquiert. Warum Sie in der heutigen Geschäftswelt immer noch eine wichtige Rolle spielen und welche Tipps du bezüglich der Gestaltung deiner Visitenkarte beherzigen solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

»Ich schicke einfach eine E-Mail mit meinen Kontaktdaten«, diesen Satz hört man inzwischen häufig. Grundsätzlich ist das auch eine tolle Sache. Dein Geschäftspartner hat all deine Kontakte gleich digital vorliegen und kann sie mit einem Klick in sein Adressbuch einfügen. Schade nur, dass viele Botschaften einer klassischen Visitenkarte nicht mehr übertragen werden. Vieles läuft auch im Geschäftsleben des 21. Jahrhunderts auf emotionaler Ebene. Mit einer digitalen Übertragung deiner Kontaktdaten z.B. per E-Mail überträgst du keine Kreativität, keine Slogans und keine Emotionen. Die gute alte Visitenkarte hat also noch nicht ganz ausgedient, weil es im Geschäftsleben immer noch um die Übertragung dieser wichtigen Botschaften geht. Mit einer gut gestalteten Visitenkarte verbesserst du also maßgeblich die Kommunikation mit deinen Geschäftspartnern, aber nur dann, wenn du die folgenden sieben No-Gos vermeidest:

Vorlage und gratis Druck

Im Internet findest du viele kostenfreie Vorlagen und Angebote, um deine Visitenkarten drucken zu lassen. Vorlagen unterdrücken aber nicht nur jegliche Individualität, sie können auch von jedem Anderen genutzt werden. Zudem suggeriert die Verwendung einer Vorlage deinem Geschäftspartner, dass du vielleicht auch andere geschäftliche Dinge mit dem gleichen Maß an Leidenschaft umsetzt. Oftmals ist auch die Papierqualität der gratis Angebote nur mittelmäßig. Deine eigenen Visitenkarten kannst du dir auf hervorragendem Papier schon ab ca. 20 EUR drucken lassen. Das sollte dir deine Außenwirkung doch wert sein, oder?

Abgeänderte Daten auf der Visitenkarte

Eigentlich müsste es selbstverständlich sein. Ändern sich Daten wie Telefonnummer, E-Mail Adresse oder Internet-Domain, sind neue Visitenkarten mit aktualisierten Daten angesagt. Manchmal entdecke ich trotzdem Sparfüchse, die mit Kugelschreiber und Tipp-Ex Änderungen an der alten Visitenkarte vornehmen. Begründungen für dieses No-Go lauten dann: »Es hat sich ja nur die Domain von .de in .com geändert«, oder ähnliches. Sorge dafür, dass du professionell Auftrittst und vermeide dieses absolute No-Go.

Unübliche Formate

Die kreative Gestaltung einer Visitenkarte verstärkt die Wahrnehmung und hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei deinen Geschäftspartnern. Vermeide aber, dass die kreative Gestaltung  zum Ärgernis wird. Dies ist dann der Fall, wenn das Format deiner Visitenkarten in keines der Ordnungssysteme deiner Geschäftspartner passt. Hier eine Liste mit den üblichen Formaten:

Breite Höhe verwendet in
85 mm 55 mm Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Schweiz, Niederlande, Österreich, Türkei
88,9 mm 50,8 mm USA, England, Kanada (3½ × 2 in)
90 mm 55 mm Australien, Schweden, Norwegen, Dänemark
90 mm 54 mm Hong Kong
90 mm 50 mm Argentinien, Finnland, Russland, Ungarn, Polen, Rumänien
91 mm 55 mm Japan

Das falsche Maß an Informationen

Ähnlich wie bei Folien einer Bildschirmpräsentation solltest du es auch bei Visitenkarten vermeiden, zu viele Informationen auf einer Seite zu platzieren. Übertriebener Minimalismus ist bei der Auswahl der Informationen aber ebenso wenig angebracht. Reduzieren sich die Informationen deiner Visitenkarten lediglich auf die Kontaktdaten, ist der Transport von Kreativität und Emotion nur schwer möglich. Kreativität und Emotion schaffst du z.B. durch einen einprägsamen Slogan, eine witzige aber passende Idee auf der Rückseite der Visitenkarte oder durch einen besonderen grafischen Stil. Die folgenden Basis Elemente sollten auf deiner Visitenkarte vorhanden sein.


Basis Elemente wirkungsvoller Visitenkarten

  • Firmenname + ggf. Rechtsform
  • Name der Person
  • Berufsbezeichnung
  • Telefonnummer
  • Unternehmensfarbe
  • E-Mail Adresse
  • Slogan und/oder Alleinstellungsmerkmale
  • Logo

Zusätzliche Elemente (nur falls notwendig)

  • Faxnummer
  • zusätzliche Mobilfunknummer
  • Postanschrift
  • Website

Leere Rückseite

Die Rückseite deiner Visitenkarte stellt aus meiner Sicht die bedeutendste Fläche dar. Hier kannst du deine Alleinstellungsmerkmale, Slogans und Kreativität einprägsam platzieren. Falls du dringend Visitenkarten brauchst, Slogans und Alleinstellungsmerkmale aber noch nicht ausformuliert sind, dann sollte der Platz für dein Logo genutzt werden.

Tipp: Visitenkarten mit großen Farbflächen können beim Transport in der Geldbörse auf andere Visitenkarten abfärben. Das sieht dann nicht mehr schön aus. Überlege dir, wie du deine Visitenkarten am häufigsten mitführst und berücksichtige dies bei der Gestaltung der Rückseite.

Schlechte Lesbarkeit

Zu klein gewählte Schriften sind wohl der naheliegendste Grund für schlecht lesbare Visitenkarten. Aber auch die Wahl der Schriftart, des Farbkontrasts und die Anordnung der Elemente beeinflussen die Lesbarkeit zu einem enormen Teil. Die Kontaktdaten auf deiner Visitenkarte sollten eine Größe von mind. 6pt haben und einen hohen Kontrast zum Hintergrund aufweisen (also nicht hellgrau auf weiß). Ist deine Visitenkarte auf einer Schwarz/Weiß Kopie immer noch gut lesbar, ist der gewählte Kontrast ausreichend. Gut lesbare Visitenkarten zeichnen sich oft auch dadurch aus, dass sie mit den notwendigsten Informationen auskommen und genügend Raum zwischen den Textblöcken aufweisen. Unser Auge kann die Informationen somit besser gruppieren und entsprechend zuordnen.

Visitenkarten vergessen

Die schönste Visitenkarte ist nutzlos, wenn Sie zuhause liegt. Immer wenn es sinnvoll und angebracht ist, bringe ich meine Visitenkarten unter die Leute. Bei der Frage nach einer Visitenkarte möchte ich bei meinen Geschäftspartnern nicht mit leeren Händen. Deshalb habe ich mir im Laufe der Zeit an verschiedenen Plätzen ein paar Visitenkarten deponiert. Smartphone-Tasche, Notebooktasche, Handschuhfach im Auto, Sakko-, und Jackeninnentasche und im Geldbeutel. Sicherlich fallen dir da noch mehr Möglichkeiten ein.

Mehr als die Gestaltung einer Visitenkarte

Egal ob du die Gestaltung der Visitenkarte an einen professionellen Designer abgibst oder dich selbst an die Gestaltung traust. Es lohnt sich etwas Zeit und Überlegungen zu investieren. Oftmals setzt man sich nämlich genau in diesen Momenten mit sich und seinem Unternehmen auseinander. Es kommen Fragen auf wie, »Was sind denn eigentlich meine Alleinstellungsmerkmale?«, »Kann ich meine Dienstleistungen in einem Satz (Slogan) formulieren?« oder »Funktionieren die gewählten Firmenfarben eigentlich?«.

von Ralf
Seit Abschluss seines Designstudiums im Jahr 2009 ist Ralf erfolgreich als freiberuflicher Designer tätig. Daneben ist er Autor des Blogs freiberufler-werden.de.

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