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Wie hoch ist deine Cash-Burn-Rate?

»Es ist keine Schande pleite zu sein! Es ist aber eine Schande nicht zu wissen wann man pleite ist!« So lautet das Zitat eines Referenten zum Thema Finanzplanung welches ich vor meiner Gründung besuchte. Ein guter finanzieller Überblick ist die elementare Voraussetzung für eine erfolgreiche freiberufliche Tätigkeit. Deshalb solltest du stets deine Cash-Burn-Rate im Auge behalten. In diesem Beitrag zeige ich dir was die Cash-Burn-Rate bedeutet und wie du diese berechnest.

Was ist die Cash-Burn-Rate eigentlich?

Die Cash-Burn-Rate zeigt dir als angehender Freiberufler, wie lange du deine freiberufliche Tätigkeit ausführen kannst bis all deine finanziellen Mittel aufgebraucht sind. Je höher der errechnete Wert ist, desto solider ist deine freiberufliche Tätigkeit abgesichert.

Wie wird die Cash-Burn-Rate berechnet?

Die Cash-Burn-Rate berechnest du, wenn deine Ausgaben höher als deine Einnahmen sind. Das ist beim Start einer freiberuflichen Tätigkeit fast immer der Fall. Hohe Fixkosten stehen in der Gründungsphase vergleichsweise geringen Umsätzen gegenüber. Die Berechnung der Cash-Burn-Rate möchte ich mit dem folgenden Beispiel erklären:

Du startest in deine freiberufliche Tätigkeit. Dazu hast du dir 12.000 EUR als finanzielles Polster zurückgelegt. Deine laufenden Kosten betragen pro Monat 1.800 EUR.

Weil es sich um eine Neugründung handelt stehen den monatlichen Kosten von 1.800 EUR lediglich Einnahmen von 400 EUR gegenüber. Daraus resultiert ein monatliches Minus von 1400 EUR.

Nun berechnen wir die Cash-Burn-Rate, um zu sehen wann das finanzielle Polster aufgebraucht ist:

Die allgemeine Formel:
CBR = Rücklagen / (Ausgaben – Einnahmen)

In unserem Beispiel:
CBR = 12.000 EUR / (1800 EUR – 400 EUR)
CBR = 8,571 Monate

Bewertung

In diesem Beispiel sehen wir, dass es ca. 8,5 Monate dauert, bis das finanzielle Polster für die freiberufliche Tätigkeit aufgebraucht ist. Um die Pleite abzuwenden bzw. hinauszuzögern müssen Einnahmen erhöht, Ausgaben gekürzt oder das Startkapital aufgestockt werden.

Gründest du deine freiberufliche Tätigkeit, weil du an einem größeren Kundenprojekt arbeitest bei dem du aber erst nach 12 Monaten ausgezahlt wirst siehst du anhand der CBR (8.57), dass deine Rücklagen noch nicht ausreichen. Die CBR müsste in diesem Fall mindestens bei 12 liegen. Du wärst also schon vor Beendigung des Projekts gezwungen Insolvenz anzumelden. Durch Berechnung der CBR weißt du nun, dass du mehr Startkapital benötigst oder innerhalb der Projektphase Ausgaben senken bzw. Einnahmen steigern musst.

Die Cash-Burn-Rate für etablierte Freiberufler

Auch als etablierter Freiberufler nutze ich oft die CBR zum Berechnen von Szenarien. Beispiele: Wie lange reichen meine Rücklagen wenn ein großer Kunde wegfällt? Kann ich mir einen Mitarbeiter und die damit verbundenen monatlichen Fixkosten leisten? Wie lange reicht mein finanzielles Polster, wenn ich eine bestimmte Investition in meine Freiberuflichkeit tätige.

Fazit

Die Cash-Burn-Rate ist für mich mehr als eine schlichte Kennzahl. Ich kann daraus ermitteln ob eine Gründung erfolgsversprechend ist und Strategien für meine freiberufliche Tätigkeit entwickeln. Gleichzeitig schützt mich eine regelmäßige Berechnung der Cash-Burn-Rate vor der Schuldenfalle. Welche finanzielle Kennzahl nutzt du für deine freiberufliche Tätigkeit? Ich bin gespannt auf deine Kommentare!

von Ralf
Seit Abschluss seines Designstudiums im Jahr 2009 ist Ralf erfolgreich als freiberuflicher Designer tätig. Daneben ist er Autor des Blogs freiberufler-werden.de.

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