Als Freiberufler anmelden: Diese 5 Dinge musst du unbedingt beachten!

freiberufler anmelden

Hast du schon konkrete Pläne für eine Zukunft als Freiberufler?  Dein Geschäftskonzept hast du schon im Kopf und nun steht nur noch die formelle Anmeldung im Wege. In diesen Beitrag zeige ich dir, wie du dich als Freiberufler anmelden kannst und welche Dinge du dabei beachten solltest.

1. Beim Finanzamt als Freiberufler anmelden

Um deine freiberufliche Tätigkeit anzumelden, musst du das Finanzamt in deiner Stadt aufsuchen. Hier erhältst du einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Nachdem du diesen ausgefüllt hast erhältst du deine Steuernummer. Diese musst du künftig bei deiner Steuererklärung angeben. Außerdem auch auf deinen Rechnungen,  insbesondere wenn du als Kleinunternehmer agierst. Welche Angaben auf einer Rechnung stehen müssen findest du in diesem Beitrag.

Gut zu wissen: Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit. Deshalb ist eine Anmeldung beim Gewerbeamt nicht notwendig. Allerdings verlierst du diesen Vorteil, wenn du deine freiberufliche Tätigkeit im Rahmen einer GmbH ausführst. Dann zählt deine Tätigkeit automatisch als Gewerbe.

2. Die Vorgaben für kammerpflichtige Berufe beachten!

Für kammerpflichtige freie Berufe gelten besondere Regeln. Zählt dein Beruf dazu, musst du dich bei der entsprechenden Standeskammer registrieren.

Zu den kammerfähigen freien Berufen gehören:

  • Ärzte
  • Apotheker
  • Architekten
  • Beratende Ingenieure
  • Notare
  • Patentanwälte
  • Psychotherapeuten
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater
  • Tierärzte
  • Wirtschaftsprüfer
  • Zahnärzte

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Die Kammern sind für die Interessenvertretung ihrer Mitglieder zuständig. Sie überwachen die Einhaltung der Berufspflicht, fördern die berufliche Fortbildung, erstellen Gutachten usw.

Wichtig: Für diese Berufsgruppen gilt oft auch ein Werbeverbot (bzw. Werbung ist nur eingeschränkt zulässig) . Solltest du planen Werbeanzeigen zu schalten, musst du dies vorher mit der entsprechenden Standeskammer abstimmen.

Wenn deine freiberufliche Tätigkeit zu den kammerpflichtigen Berufen zählt, bist du zusätzlich auch verpflichtet das Versorgungswerk der Kammer in Anspruch zu nehmen. Mit dieser Zugehörigkeit bist du verpflichtet die Rentenversicherungsbeiträge an diese Kammer abzuführen.

Andere freie Berufsgruppen wie Künstler, Autoren, Texter, Musiker, Designer müssen sich hingegen nicht bei einer Standeskammer anmelden. Ihnen steht es frei in die gesetzliche Rente einzuzahlen oder privat für das Alter vorzusorgen.

3. Mit der Kleinunternehmerregelung als Freiberufler anmelden

Falls dein geplanter Jahresumsatz 17.500 € unterschreitet kannst du von der Kleinunternehmerregelung profitieren. Damit bist du von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Konkret bedeutet dies, dass deine Nettopreise gleichzeitig die Endpreise für deine Kunden sind. Somit musst du von deinen Rechnungsbeträgen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass du die Umsatzsteuer der von dir gezahlten Rechnungen nicht beim Finanzamt einfordern kannst.

Die Kleinunternehmerregelung kann Vor- und Nachteile haben. Wenn du mehr über die Kleinunternehmerregelung wissen möchtest, habe ich hier einen detaillierten Beitrag für dich zusammengestellt.

4. Bei der Künstlersozialkasse als Freiberufler anmelden

Bestimmte freie Berufe (Künstler und Publizisten) können sich an die Künstlersozialkasse wenden und sich über diese gesetzlich Versichern. Dazu zählen Krankenversicherung, Rentenversicherung, und die Pflegeversicherung.

Obwohl Freiberufler frei entscheiden können ob sie sich gesetzlich oder privat krankenversichern ist die Entscheidung zur gesetzlichen Krankenversicherung über die Künstlersozialkasse meist sinnvoll.

Über die Künstlersozialversicherung musst du als Freiberufler nur die Hälfte der Beiträge zu Sozialversicherung aufbringen. So werden die hohen Abgaben zur Sozialversicherung für viele Gründer auf ein erträglicheres Maß reduziert.

5. Last but not Least: Die eigene Persönlichkeit.

Nicht für jeden ist die Arbeit als Freiberufler das richtige. Dem hohen Maß an Freiheit steht viel Eigenverantwortung und Organisation gegenüber. Gerade in der Anfangsphase ist ein monatliches Grundgehalt alles andere als garantiert. Bevor du dich als Freiberufler anmeldest, solltest du dir genau überlegen, ob dieser Karriereweg der richtige für dich ist.

Eine umfassende Hilfestellung bietet dir mein Buch „Selbstständig in 25 Tagen“. Darin habe ich für dich ein einzigartiges Programm zusammengestellt. Dieses Programm liefert dir täglich praktische Übungen und hilfreiche Tipps, die dir dabei helfen deine freiberufliche Tätigkeit erfolgreich zu starten. Unter anderem erfährst du, welchen Namen du für dein Unternehmen wählen solltest, welche Rechtsform für dich am passendsten ist und wie du deine Kunden am besten erreichst. Schau doch mal rein.

von Ralf
Seit Abschluss seines Designstudiums im Jahr 2009 ist Ralf erfolgreich als freiberuflicher Designer tätig. Daneben ist er Autor des Blogs freiberufler-werden.de.

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