Intrinsische Motivation

Die intrinsische Motivation, oder: Warum du als Freiberufler die Regeln brechen musst

Um als Freiberufler langfristig erfolgreich zu werden, solltest du deine intrinsische Motivation finden. Dafür musst du die Regeln brechen.

Im Jahr 1949 entdeckte Harry Harlow zum ersten Mal das, was später die intrinsische Motivation genannt werden sollte. 

Und zwar führte er folgendes Experiment durch: Er gab einer Gruppe junger Affen ein Rätsel und beobachtete, was passierte. 

Harlow erwartete Desinteresse. 

Doch als die Affen das Rätsel sahen, begannen sie, es zu lösen. Von alleine. Ohne Belohnung. Ohne Anreiz von außen.

Und die Motivation der Affen ließ mit der Zeit nicht nach. Im Gegenteil: sie wurden immer besser und schneller im Lösen des Rätsels.

Dann schlug Harlow eine Theorie vor: Was wäre, wenn Affen – und ihre entfernten Verwandten – es tatsächlich als lohnend empfanden, ein Problem zu lösen?

Was wäre, wenn man diese Theorie auf den Menschen anwandte – und der Mensch herausfordernde Aufgaben gerne erledigt? 

Und zwar nicht, weil er muss, sondern weil er will.

Die extrinsische und die intrinsische Motivation

Basierend auf Harry Harlows Forschungsergebnissen, entwickelten Richard Ryan und Edward Deci die Selbstbestimmungstheorie. 

Laut der Selbstbestimmungstheorie gibt es zwei Arten von Motivation: die extrinsische und die intrinsische Motivation. 

Die extrinsische Motivation wird von äußeren Faktoren angetrieben. Hier steht ein Ziel im Vordergrund, dessen Erreichen uns eindeutige Vorteile verschafft. Mehr Geld zum Beispiel. Mehr Essen. Ein Platz zum Schlafen. Die Bewunderung anderer.

Die intrinsische Motivation hingegen kommt aus unserem Inneren. Sie lässt uns etwas tun, was uns Spaß macht. Etwas, was uns begeistert und herausfordert. 

Führen wir eine Tätigkeit alleine deshalb gerne aus, weil sie uns Spaß macht, und nicht, weil wir Geld dafür bekommen, wenn wir sie erledigt haben, dann haben wir es mit der intrinsischen Motivation zu tun.

Auch das Verfolgen eigener, selbstbestimmter Ziele, wird der intrinsischen Motivation zugeordnet.

Die intrinsische Motivation und warum Geld alleine nicht glücklich macht

Freiberufler sind keine Angestellten. Dennoch verhalten sich die meisten so. 

Sie verbringen ganze Tage alleine mit der Arbeit für ihre Kunden. Sie investieren weder Zeit noch Ressourcen in das Wachstum ihres Geschäftes. 

Für die meisten Freiberufler ist ihre Motivation damit größtenteils extrinsisch. Sie bekommen Geld für eine gut gemachte Arbeit.

Und fühlen sich leer. 

Warum du erst erfolgreich wirst, wenn du die Regeln brichst

Wenn keine intrinsische Motivation vorhanden ist, wirst du deine Freiberuflichkeit kaum über einen längeren Zeitraum motiviert ausführen können. 

Denn die intrinsische Motivation ist die wertvollste Art der Motivation. 

Sie kann zu einem vollständigen Aufgehen in einer Tätigkeit führen.

Als ich anfing, freiberuflich zu arbeiten, hatte ich keine Ahnung, wie ich meinen Tag gestalten sollte. Also habe ich Google gefragt.

Die Ergebnisse gingen alle in eine dieser beiden Richtungen:

1. Ich sollte in einem seriösen Schreibbüro arbeiten. Mit strengen Regeln. So würde ich viel Geld mit dem Texten verdienen. Und jeden Tag einen Blazer tragen müssen.

2. Ich sollte am Strand sitzen und kühle Limonade mit bunten Regenschirmchen im Glas trinken. Ich würde etwas Geld mit dem Texten verdienen. Dafür aber frei und unkonventionell sein. Und jeden Tag einen Bikini tragen können. 

Da ich keine digitale Nomadin bin, setzte ich mich montags bis freitags von 9 Uhr – 17 Uhr an meinen Schreibtisch. 

Doch das ging nicht gut.

Mein selbst auferlegter Zeitplan brachte mich dazu, meine Arbeit, meinen Arbeitsplatz und sogar die Wochenenden zu hassen (Warum sollte ich Spaß haben, wenn ich mich auch schuldig fühlen konnte, nicht zu arbeiten?).

Doch wer sagt, dass es nicht in Ordnung sei, am Wochenende zu arbeiten? 

Und wenn es am Wochenende in Ordnung ist, zu arbeiten, wieso sollte es dann nicht in Ordnung sein, zu außergewöhnlichen Zeiten zu arbeiten?

Deine intrinsische Motivation, oder: entwickle dein eigenes Freiberufler-Framework

Ich habe mich im Jahr 2018 bewusst dazu entschieden, in mich zu investieren. Dieser Entscheidung folgten einige Kämpfe, die ich mit mir selbst ausgefochten habe.

Die nervenaufreibende Angst zum Beispiel, zwei volle Tage in der Woche nicht mehr für meine Kunden, sondern für mein eigenes Unternehmen zu arbeiten. 

Die Zeit investiere ich nun in das Schreiben von Blogartikeln, den Ausbau meines Netzwerkes oder das Optimieren meines Marketings.

Zuerst fühlte sich nichts davon gut an. 

Aber es hat mir geholfen, mein persönliches Freiberufler-Framework zu entwickeln: eine Strategie für meinen eigenen, langfristigen Erfolg als Freiberuflerin. 

Wie du dein eigenes Freiberufler-Framework entwickelst, zeige ich dir jetzt.

1. Finde deine eigenen produktiven Zeiten

Wenn deine Tagesstruktur bisher eine schlechte Leistung erbracht hat, optimiere sie.

Erstelle dir einen Zeitplan für deine Spitzenzeiten. 

Mein Zeitplan eines Arbeitstages sieht so aus:

1. Ich erlaube mir, am Nachmittag eine Pause einzulegen und abends wieder zu arbeiten. Denn ich arbeite am produktivsten zwischen 8 – 13 Uhr und 18 – 22 Uhr.

2. Außerdem arbeite ich jetzt auch am Wochenende – wenn ich will (komisch, es macht sogar Spaß).

3. Ich teile meine Arbeit in Phasen von 2 – 4 Stunden auf. Wenn ich am Ende einer 2-stündigen Sitzung Lust habe, mehr zu arbeiten, mache ich weiter. Und wenn ich eine Pause brauche, nehme ich sie und mache mich dann wieder an die Arbeit.

Wann produzierst du deine beste Arbeit?

Was sind deine am wenigsten produktiven Zeiten?

Arbeitest du besser im Marathon oder im Sprint?

Und wenn du deinen eigenen idealen Arbeitsplan entwerfen könntest, wie würde dieser aussehen?

Du bist das Kapital deiner Freiberuflichkeit.

Wenn du nicht in Bestform bist, leidet deine gesamte Selbstständigkeit.

2. Nimm deine Angst als deinen Verbündeten an

Ich weiß nichts über dich. Aber ich vermute, als Freiberufler begleitet auch dich ab und zu die Angst, zu Versagen. 

Wenn du als Freiberufler langfristig erfolgreich werden willst, musst du mit diesen Ängsten umgehen können. 

Der beste Weg dafür: lasse deine Angst zu.

Gehe nicht in großen, sondern in kleinen Schritten voran. 

Ein kleiner Schritt. Und dann der nächste. 

Bis du irgendwann dort ankommst, wo du hinwolltest. 

Ich zwinge mich jeden Tag dazu, Dinge zu tun, bei denen ich auch heute noch ein mulmiges Gefühl habe:

1. Auf den Button „Blogbeitrag veröffentlichen“ klicken

2. Mich an bestimmte Personen in meinem Netzwerk wenden und Sie offen um Hilfe oder um eine Zusammenarbeit bitten

3. Auf Facebook, Instagram oder Xing Beiträge über mich und meine Arbeit veröffentlichen

Mach deine Ziele zu deinem Freund

Du wirst in deiner Freiberuflichkeit langfristige Erfolge erzielen, wenn sie deiner intrinsischen Motivation entspringen. 

Denn ein System kann nur aus sich selbst heraus besser werden.

Das heißt: langfristig erfolgreich werden kannst du nur aus dir selbst heraus.

Wenn du dich von deinem Ich leiten lässt, und nicht von dem, was andere von dir erwarten, wirst du immer weniger auf einen strikten Plan angewiesen sein.

Denn deine Ziele sind dann ein Teil von dir. Nicht wie eine ständige Bedrohung, sondern wie ein Freund. 

Um eine Freundschaft zu führen, brauchst du auch keinen Plan.

Fazit

Die Definitionen anderer Leute darüber, was du tun sollst und was nicht, wird dich in deiner Freiberuflichkeit nicht weiterbringen. 

Erst wenn du die Regeln brichst und dein persönliches Freiberufler-Framework entwickelst, wirst du erfolgreich werden. Deine eigene intrinsische Motivation ist das, was dir langfristig eine glückliche Freiberuflichkeit bescheren wird.

Stelle dich deinen Ängsten und gehe in vielen kleinen Schritten deinem Ziel entgegen. Diese winzigen, konsequenten Aktionen werden dazu beitragen, immer sicherer in deinen Handlungen zu werden. 

Jeder erfolgreiche Unternehmer hat die Fähigkeit, eine hoffnungslos wirkende Situation anzunehmen und umzukehren. 

Um auch ein erfolgreicher Unternehmer zu werden, musst du die Prozesse an deine Bedürfnisse anpassen. 

Deshalb möchte ich dir nur noch diese 5 Worte sagen:

Hör niemals auf, zu optimieren.

Über mich

Hi, ich bin Jana. Freie Texterin & Bloggerin seit 2014. Ich helfe Selbstständigen dabei, besser in Google gefunden zu werden und dadurch mehr neue Kunden zu gewinnen. Auf meinem Blog unter https://buchstabenschwalbe.de findest du hilfreiche Tipps für deine eigene Online-Vermarktung. Ich veröffentliche dort Beiträge rund um die Themen Content-Marketing, SEO, Webtexte und Selbstständigkeit.

Bild von Allie Smith (https://unsplash.com/@creativegangsters?utm_source=unsplash&utm_medium=referral&utm_content=creditCopyText) on Unsplash

von Jana
Freie Texterin & Bloggerin seit 2014.

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Dieses Thema enthält 2 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Jana Diebold vor 2 Tagen, 13 Stunden.

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  • #127791 Antwort

    l.deer

    Toller Beitrag! Auch für mich als angehender Schreiner sehr interessant. Vorallem die Idee zwei Tage für sich selbst zu arbeiten macht einfach Sinn. Danke! 🙂

    #127829 Antwort

    Jana Diebold

    Hallo l.deer, freut mich, dass dir der Beitrag geholfen hat! Ja, auch im Angestelltenverhältnis oder in der Ausbildung sollte man unbedingt Zeit in sich investieren! Jeder braucht diese Tätigkeiten, die einem wirklich von innen heraus Spaß machen.

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