Selbstständig machen – das musst du unbedingt wissen!

Die Selbstständigkeit ist eine attraktive Option für viele Menschen in Deutschland. Als Selbstständiger kannst du dir eigene Arbeitszeiten einteilen und hast die Chance, deutlich mehr Geld zu verdienen als ein Angestellter. Daher wird diese Option häufig gewählt. In diesem Artikel möchte ich dir einige Tipps zu den Formalitäten geben, die dich erwarten, wenn du dich selbstständig machen möchtest. Auf diese Weise möchte ich dich unterstützen und dir einen guten Start in die Selbstständigkeit ermöglichen.

Wie gründe ich ein Unternehmen?

Da es in diesem Artikel um die Formalitäten geht, wie man sich selbstständig machen kann, gehe ich davon aus, dass du deine Geschäftsidee bereits hast und einen Businessplan dazu ausgearbeitet hast. Ich starte daher mit der Gründung deines Unternehmens.

Personengesellschaften

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Photo by You X Ventures on Unsplash

Das Allererste, worüber du dir im Klaren sein musst, ist, welche Unternehmensform du in Anspruch nehmen möchtest. Die beliebteste Unternehmensform für Neugründer ist das Einzelunternehmen. Ein Einzelunternehmen wird von einer einzigen Person geführt und bringt weniger Papierkram mit sich als die Gründung vieler anderer Unternehmensformen. Als Einzelunternehmer bist du uneingeschränkt haftbar für dein Unternehmen und übernimmst somit die vollständige Verantwortung für deine Geschäftstätigkeit. Die GbR funktioniert sehr ähnlich zum Einzelunternehmen – mit dem Unterschied, dass eine GbR aus mehreren Eigentümern (Gesellschaftern genannt) bestehen kann und du dich auf diese Weise mit mehreren Partnern selbstständig machen kannst.

Kapitalgesellschaften

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Photo by Joshua Ness on Unsplash

Wenn du nicht möchtest, dass du uneingeschränkt für deine Geschäftstätigkeit haftest, musst du eine Kapitalgesellschaft gründen. Dies erfordert deutlich mehr Aufwand als die Gründung einer GbR oder eines Einzelunternehmens. Dennoch kann dies auch eine gute Option für Erstgründer sein. Viele Unternehmer entscheiden sich für die Gründung einer Kapitalgesellschaft, wenn hohe Summen an Geld im Spiel sind oder ein hohes Risiko besteht, wenn sie sich selbstständig machen. Die gängigste Form der Kapitalgesellschaft ist die GmbH.

Um eine GmbH zu gründen, benötigt es deutlich mehr Papierkram und Verständnis darüber, wie ein Unternehmen funktioniert. Zum Beispiel ist die GmbH eine separate wirtschaftliche Einheit. Das bedeutet zum Beispiel, dass das Geld deiner Firma nicht automatisch dein Geld ist. Daher musst du mit deiner eigenen Firma einen Vertrag abschließen, sodass du ein Gehalt erhalten kannst. Zudem ist eine Einlage von 25.000 Euro nötig, um eine GmbH zu gründen. Falls du dieses Geld nicht aufwenden kannst, kannst du eine UG gründen, die ähnlich wie eine GmbH funktioniert. Allerdings erfordert diese nur eine Einlage von 1 Euro, wenn du dich auf diese Weise selbstständig machen möchtest.

Kleinunternehmerregelung

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Photo by bruce mars on Unsplash

Egal welche Art von Unternehmen du gründest: Du hast immer die Möglichkeit, die Kleinunternehmerregelung zu nutzen, wenn du dich selbstständig machen willst. Die Kleinunternehmerregelung ermöglicht es dir, das zahlen der Umsatzsteuer zu umgehen. Allerdings bist du dann nicht berechtigt, die Umsatzsteuer aus deinen eigenen Einkäufen für das Unternehmen abzusetzen. Auf diese Weise kannst du dir allerdings den zusätzlichen Aufwand für die Umsatzsteuervoranmeldung sparen, sodass du dich besser auf dein Geschäft konzentrieren kannst. Die Kleinunternehmerregelung kann angewandt werden, wenn du in deinem ersten Geschäftsjahr einen geringeren Umsatz als 22.000 Euro erwartest. Weitere Infos zur Kleinunternehmerregelung findest du hier.

Hauptberuflich vs. nebenberuflich selbstständig 

Ob dein Unternehmen eine nebenberufliche Selbstständigkeit ist, hängt davon ab, ob du in deinem Hauptberuf mehr Geld verdienst. Sobald dir dein Unternehmen mehr Geld einbringt als dein Beruf, bist du hauptberuflich selbstständig. Dies gilt ebenso für den Fall, dass du in deiner hauptberuflichen Tätigkeit kein Geld verdienst – wie zum Beispiel, wenn du dich als Student oder Schüler selbstständig machen willst. In diesem Fall zählst du sofort als hauptberuflich selbstständige Person. 

Wie melde ich mein Unternehmen an?

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Wenn du alle wichtigen Fragen zur Gründung deines Unternehmens geklärt hast, kannst du dein Unternehmen anmelden und dich selbstständig machen. Dies tust du bei deinem örtlichen Gewerbeamt entweder persönlich oder online. Bei der Anmeldung gibt es allerdings noch einige Formalitäten, die zu beachten sind.

Zunächst musst du prüfen, ob der Name, den du deinem Unternehmen geben möchtest, bereits verwendet wird. Im deutschen Handelsregister kannst du die Namen aller deutschen Firmen herausfinden und auf diese Weise einen Namen suchen, der nicht verwendet wird und den du für dein Unternehmen verwenden möchtest. 

Zudem musst du darauf aufpassen, dass einige Unternehmen bestimmte Zertifikate oder Qualifikationen erfordern. Zum Beispiel benötigst du oder einer deiner Gesellschafter für die Gründung einer Kfz-Werkstatt einen Meister in diesem Handwerk. Für die Gründung eines Restaurants benötigst du außerdem einige Zertifikate, wie ein Gesundheitszeugnis oder dein polizeiliches Führungszeugnis. Unterschiedliche Branchen verlangen unterschiedliche Zertifikate und Qualifikationen, weshalb du dich im Voraus über deinen genauen Fall informieren solltest.


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Welche Steuern zahle ich als Selbstständiger?

Steuern sind ein großes Thema für jede Person und besonders dann, wenn du dich selbstständig machen möchtest. Daher nutzen viele Selbstständige von Anfang an die Dienstleistungen eines Steuerberaters. Falls du allerdings nicht die Möglichkeit hast, einen Steuerberater zu beauftragen, möchte ich dir die Grundlagen über die Besteuerung von Selbstständigen geben. 

Egal welche Form von Unternehmen du gründest: Du zahlst immer Gewerbesteuer, solange dein Gewinn über 24.500 Euro liegt. Der Gewerbesteuersatz ist das 3,5-fache des Gewerbesteuerhebesatzes. Dieser wird von jeder Gemeinde in Deutschland selbst festgelegt und beträgt maximal 4,5%. Somit ist die maximale Gewerbesteuer, die du zahlen musst, 15,75% plus zusätzlich 5,5% der Gewerbesteuer als Solidaritätszuschlag. Zusätzlich zu der Gewerbesteuer musst du natürlich deine eigene Einkommensteuer auf die Gewinne anwenden, die du an dich ausschüttest. Bei einem Einzelunternehmen werden deine Gewinne automatisch als Ausschüttung behandelt, sodass du auf alle Gewinne einer Einzelunternehmung deinen Steuersatz anwendest.

Wenn du dich selbstständig machen möchtest und die Kleinunternehmerregelung nicht verwendest, musst du außerdem Umsatzsteuer zahlen. Die Umsatzsteuer beträgt in den meisten Fällen 19% und wird auf alle verkauften Produkte oder Dienstleistungen angerechnet. Allerdings kann ein Unternehmer die Umsatzsteuer auf eingekaufte Produkte für das Unternehmen abziehen. Somit kann sich am Ende des Jahres ergeben, dass man sogar Geld aus der Umsatzsteuer zurückerhält. 

Die letzte Steuer, die nur Kapitalgesellschaften zahlen, ist die Körperschaftssteuer. Die Körperschaftssteuer beträgt 15% des zu versteuernden Einkommens. Zusätzlich zahlt dein Unternehmen 5,5% des Betrages der Körperschaftssteuer als Solidaritätszuschlag, sofern dein Unternehmen sich in einem alten Bundesland befindet. Das zu versteuernde Einkommen eines Unternehmens zu berechnen, hört sich deutlich leichter an, als es in Wirklichkeit ist. Daher empfiehlt es sich für die meisten Selbstständigen spätestens ab der Gründung einer Kapitalgesellschaft, die Dienste eines Steuerberaters in Anspruch zu nehmen. 

Zusammenfassung

Wenn du dich selbstständig machen möchtest, steht einige Arbeit vor dir. Du musst dich mit den verschiedenen Unternehmensformen auseinandersetzen und natürlich auch mit der Besteuerung deines neuen Unternehmens. Jedoch hoffe ich, dass mein Artikel dir dabei helfen kann, den richtigen Weg zu finden.

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