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Werkvertrag oder Dienstvertrag? Wo liegt der Unterschied?

Freiberufliche Tätigkeiten können sich über verschiedene Arbeits- und Dienstleistungsfelder erstrecken. Dabei spielen häufig die vertraglichen Grundlagen eine wichtige Rolle. So forderte vor ein paar Wochen ein Auftraggeber explizit einen Dienstvertrag von mir. Auch in meiner Rechnung sollte ich den Vertrag angeben. Normalerweise schließe ich im Rahmen meiner freiberuflichen Arbeit immer Werkverträge ab. Zwischen dem Werk- und Dienstvertrag gibt es allerdings große Unterschiede. Wenn du eine Rechnung schreibst, solltest du dich stets auf die vertragliche Grundlage beziehen. Aus diesem Grund erläutere ich nachfolgend die wichtigsten Unterschiede der beiden Vertragsvarianten.

Werkvertrag oder Dienstvertrag in der Praxis

Vielen Freiberuflern ist der Unterschied zwischen dem Dienst- und Werkvertrag nicht klar. Sie gehen häufig sogar davon aus, dass es keine großen Unterschiede zwischen beiden Vertragsformen gibt. Wenn du freiberuflich arbeitest, ist der Unterschied für dich und deine Auftraggeber allerdings sehr wichtig. Im Rahmen von Dienstverträgen erbringst du eine bestimmte Dienstleistung. Dein Vertragspartner verpflichtet sich dazu, dich für diese Dienstleistung zu vergüten. Wichtig ist dabei, dass du als Auftragnehmer die Dienstleistung nicht erfolgreich erbringen musst. Ein klassisches Beispiel ist der Beruf des Anwalts. Jeder Mandant schließt mit seinem Anwalt einen Dienstvertrag. Der Anwalt verpflichtet sich, den Mandanten vor Gericht bei einem Prozess zu verteidigen. Er ist allerdings nicht vertraglich verpflichtet, den Prozess zu gewinnen. Der Erfolg ist letztlich also nicht von Bedeutung. Auch bei gewöhnlichen Arbeitsverträgen handelt es sich in der Regel um Dienstverträge.

Bei einem Werkvertrag hingegen ist das Ergebnis der Tätigkeit von zentraler Bedeutung. Im Rahmen eines Werkvertrages erbringst du als Auftragnehmer ein bestimmtes Werk. Das kann beispielsweise der Bau eines Hauses sein. Du bist verpflichtet, das Haus zu bauen und an den Auftraggeber, wie im Vertrag vereinbart, zu übergeben. Dein Auftraggeber zahlt dir dafür die vereinbarte Vergütung. Auch bei einer Taxifahrt schließen Fahrer und Fahrgast einen Werkvertrag. Der Vertrag ist erst dann erfüllt, wenn der Fahrgast an seinem Zielort angekommen ist. Insbesondere an diesem Beispiel zeigt sich der Unterschied zu Dienstverträgen. Der Taxifahrer würde sein Werk nicht erbringen, wenn er den Fahrgast nicht ans Ziel fährt. Ein klares Kennzeichen für Werkverträge ist die wirtschaftliche Selbstständigkeit der Person, die das Werk ausführt. Außerdem sind Werkverträge in der Regel auf ein bestimmtes Werk befristet und somit zeitlich begrenzt. Wenn du deine Rechnung versendest, kannst du dich auf das erbrachte Werk beziehen und dieses genau benennen.

Fazit

Die Unterschiede zwischen Werk- und Dienstverträgen sind vielen Selbstständigen häufig nicht bewusst. Wenn du eine Rechnung schreibst, solltest du deine Leistung allerdings genau ausweisen können. Bei Werkverträgen erbringst du ein Werk und musst mit deiner Arbeit erfolgreich sein. Bei Dienstverträgen hingegen übernimmst du eine bestimmte Dienstleistung und wirst auch dann vergütet, wenn du nicht erfolgreich bist. Werkverträge sind meistens zeitlich begrenzt und auf ein Werk beschränkt. Dienstverträge beziehen sich dagegen häufig auf längerfristige Tätigkeiten.

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